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Ganesh - Beseitiger von Hindernissen
Der BerlinImpuls Ein Kunstprojekt für Zypern
Die Vision.
Es ist im Frühjahr 2003, in Berlin.Â&xnbsp; Ich stand am Fenster eines grossen AtelierraumesÂ&xnbsp; in Wedding und schaute hinüber auf die Gegenseite des weitläufigen Innenhofs.Â&xnbsp; Dort, hinter der Glaswand verneigten sich rythmisch in schwarz gehüllte Frauen, es wird wohl Freitag gewesen sein.Â&xnbsp; Der Raum war in kaltes Neonlicht gehüllt. Der Frauengebetsraum einer türkischen Moschee.
Vor wenigen Tagen hatte ich eine Zusage für eine Lektorenstelle an der Eastern Mediterranean University in Famagusta, Nord ZypernÂ&xnbsp; erhalten.Â&xnbsp; Famagusta liegt heute im türkisch sprechenden Teil der Insel.
Von hier, der vormals geteilten Stadt, der Insel Berlin werde ich gehen auf die heute geteilte Insel Zypern. Dort die Moschee, hier ichÂ&xnbsp; in der neuen deutschen Hauptstadt.Â&xnbsp; Berlin ist keine Insel mehr. Berlin ist Teil eines demokratischen Staates und die Teilung fiel, sie fiel ganz einfach weg. Wie ist das passiert? Ohne Waffen, ohne Revolution, ohne Märtyrer, ohne Blut.Â&xnbsp; Friedlich ist Deutschland wieder ein Land geworden.Â&xnbsp; Als hätte die gute Fee aus den Märchen einmal mit ihrem Zauberstab an die "Green Line" gestoßen und sie verschwand, als sei sie nie gewesen.
Kann man dieses Wunder weiterführen? Kann sich so eine friedvolle Einigung anderortens wiederholen? Kann der Berlin Impuls hinausgetragen werden in die geteilte Welt? Plötzlich sah ich vor meinem inneren Auge hunderte von Ganesh Figuren in einer Reihe hintereinander auf der grünen "Green Line" von Zypern.
Ganesh ist ein elephantenköpfiger Gott aus Indien, der sich wohlwollend den menschlichen Belangen annimmt und wenn man ihn denn bittet, Hindernisse aus dem Weg räumt. Noch hatte ich das Land Zypern nie betreten, doch die Vision ein völkerverständigendes Kunstprojekt für die Insel zu realisieren schien mehr sehr sinnstiftend.
Vor Ort
Ich flog über Istanbul nach Nord Zypern. Kein anderer Weg war offen, um auf diesen Teil der Insel zu gelangen.
Den griechisch sprechenden Teil konnte ich von dort aus nicht besuchen. Dafür hätte ich über die Türkei in ein weiteres Land und von dort in denÂ&xnbsp; Südteil der Insel fliegen müssen. Dafür reichte die Zeit nicht. In Famagusta lehrte ich Kunstgeschichte und Kunsttheorie und führte Renovierungsaufgaben der Univeristätsgalerie weiter.Â&xnbsp; Ich war sehr im Einsatz und erkundete Land, Geschichte und MenschenÂ&xnbsp; Nordzyperns. Im Mai 2004 ging die "Green Line" auf. Ich war in der Lage mit einem Tagesvisum den Südteil zu erkunden.Â&xnbsp;Es war ein großes Ereignis. Die "Green Line" öffnete sich. Was für ein Zeichen.
2004 trat Zypern der Europäischen Union bei. Doch ohne Nordzypern. Die Teilung wurde wieder offensichtlicher und das Projekt wieder dringlicher. Die jüngsten Entwicklungen geben wieder viel Hoffnung und ein solches Projekt geht einher mit einer friedvollen harmonischen Lösung. Kunst als symbolische Handlung der friedfertigen Intention.Â&xnbsp;
Das Kunstprojekt
Der Elephant ist das größte Landsäugetier. Er wider-spricht
der anthropologisch geprägten Kernaussage der Wirtschafts-welt die Großen fressen die Kleinen.Â&xnbsp; Die Natur scheint eine differenzierter Aussage zu treffen.Â&xnbsp; Wer wirklich groß ist, lebt in Frieden mit seiner Umgebung.
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Niemandem muß er beweisen,Â&xnbsp; wer der Stärkere ist. Fordert man den Elephanten heraus, dann kennt man seine Rage, seinen Mut und seine Kraft.
Der Elephant wird weltweit verehrt für seine Weisheit, seine soziale Kompetenz, sein Mitgefühl und seine Stärke.Â&xnbsp; Der Elephant lebt in Familienverbänden, geführt, geleitet und beschützt von dem Leitelephanten: der Großmutter.Â&xnbsp;
Die Kraft dieses Symbols an den OrtÂ&xnbsp; zu bringen, wo sich Differenzen zeigen: auf die "Green Line".Â&xnbsp;
Elephanten aus den unterschiedlichsten Materialien, selbst erstellt, erworben oder gesammelt: es wird eingeladen sie für die Aktion an die "Green Line" zu bringen. Zypern darf sich einlassen auf ein internationals Kunstprojekt. Einbezogen werden Schulen, Universitäten,Vereine, Künstler, Sammler,Â&xnbsp; Kinder und besonders Großmütter, denn sie sind Leiterinnen dieses Symbols. Ein/e jede/r der/die sich mit der Botschaft des Elephanten identifizieren kann ist zur Teilnahme berechtigt. Die "Green Line" als Ort der Begegnung, ein Ort des Austauschs , ein paar Tage festiver Stimmung, die das Symbol und die Kraft des Elephantens erzeugen.
Ganeshskulpturen werden geliehen, von Menschen, die die Kraft von Ganesh schätzen. Sie werden in Nicosia auf der "Green Line" in geschütztem und bewachten Räumen für ein paar Wochen ihreÂ&xnbsp; Kraft entfalten können, bevor sie zu ihrem Besitzer zurückkehren.Â&xnbsp; Was wird der Beseitiger von Hindernissen mit dieser Grenzsituation machen? Ein spannendes Unterfangen für einen kulturellen Außenseiter.Â&xnbsp; Gerade das jenes Symbol im Mediterranen Raum fremd ist, macht ihn zu einem wertfreien Kulturgut und gibt dem Projekt einen weltumspannenden Charakter. Menschen aus aller Welt werden schauen auf ihre Skulpturen und mehr Aufmerksamkeit wird gelenkt auf die oft unbekannte Geschichte Zyperns.
Ein Kunstprojekt, welches sinnstiftend wirken will, die Symolkraft der Kunst und ihre Freiheit erlebbar macht. Ein Projekt welches Freude bereitet und ein längerfristiges Miteinander auf der Ebene der Völkerverständigung erzeugt. Eine mehrtägige Aktion des spielerischen, des homo ludens, die zeigt, wie Schiller schon äußerte, daß nur wer in Freiheit spielen darf, Kultur hervorbringen kann.
An der Aktion kann sich jeder beteiligen, der in diesem Sinne tätig werden möchte.
Aufruf an Künstler aller Sparten und Disziplinen
Formular downloaden
Kontakt Â&xnbsp;Rose Marie Gnausch :Â&xnbsp; www.naturalemente-roma.org oder www.gnausch.net
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